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Berufsfeuerwehrtag 2017

Geschrieben von Stenglein Markus.

Vom 30.09. bis 01.10.2017 veranstaltete die Jugendfeuerwehr ihren, im zweijährigen Rhythmus stattfindenden, Berufsfeuerwehrtag. Hierbei soll den Jugendlichen in exakten 24 Stunden der Alltag einer Berufsfeuerwehr näher gebracht werden. Pünktlich mit dem Dienstbeginn um 8 Uhr wurden die Jugendlichen den einzelnen Fahrzeugen zugewiesen und das Einsatzmaterial kontrolliert. Anschließend begann direkt die praktische Ausbildung, mit einer wiederholenden Schulung in Fahrzeug- und Gerätekunde. Im Mittepunkt hierbei unser erst kürzlich beschafftes HLF 20. Direkt mit Beginn der anschließenden Frühstückspause folge auch schon die erste „Alarmierung“ über das hausinterne Alarmsystem. Im Föhrenweg hatte ein Motorradfahrer einen Schaden am Fahrzeug, wodurch es zu einer einige Meter langen Ölspur gekommen ist. (Aus Gründen des Umweltschutzes wird hierbei Öl durch handelsübliches Spülmittel ersetzt.) Das vorhandene Öl wurde ab gestreut, mit Ölbinder gebunden und dieser anschließend zusammen gekehrt.

Nachdem der erste Einsatz des Tages zügig abgearbeitet war, konnte pünktlich mit der nächsten Ausbildungseinheit begonnen werden. Dies widmete sich dem uns neuen Thema „Hebekissen“. Die Einsatzgrundsätze wurden erläutert und eine praktische Übung durchgeführt. Das eben erlernte Wissen konnte sodann auch gleich angewendet werden. Wir wurden zu einem Landwirt nach Oberalbach gerufen. Dort war eine Person bei Holzarbeiten unter einem Baumstamm eingeklemmt worden. Routiniert sprachen die Jugendlichen die verunfallte Person an, stellten ihren Gesundheitszustand fest und befreiten sie aus dieser Zwangssituation.

Da ohne Mampf bekanntlich nix los ist, wurde mit der Rückkehr in der Feuerwehr mit den Vorbereitungen für das Mittagessen begonnen. Die notwendige Bestuhlung wurde aufgebaut und anschließende kredenzte unser Feuerwehrkoch Florian Graf uns Spagetti Bolognese. Vielen Dank für die hervorragende Verpflegung! 
Die anschließende Mittagspause wurde glücklicherweise durch keinen Einsatz unterbrochen, sodass sich jeder ein paar Minuten der Ruhe gönnen konnte. Kurz vor Beginn der nächsten Ausbildungseinheit, jedoch dann doch der nächste Einsatz. Im Eichenweg, in der Nähe des Spielplatzes, war ein Mülleimer in Brand geraten. Unter Zuhilfenahme des Schnellangriffs (Faltschlaucheinrichtung) und der aufmerksamen Begutachtung durch die Spielplatzbesucher konnte dieser Brand rasch gelöscht werden.


Zurück am Feuerwehrhaus begann sodann auch gleich die nächste Ausbildungseinheit. Hier war das Thema „Tragbare Leitern“. Insbesondere wurde auf die vierteilige Steckleiter eingegangen, deren Verwendung theoretisch und praktisch geübt, sowie auf die Unfallverhütungsvorschriften hingewiesen.

 

Als sich gerade alle auf die Kaffepause vorbereiteten, folgte auch schon der nächste Einsatz des Tages. In Ebersbach war ein Waschbär auf ein Hallendach geklettert und kam aus eigener Kraft nicht mehr hinunter. Die Steckleiter wurde zügig aufgebaut und das Tier daraufhin vom Hallendach gerettet.

Parallel zur darauffolgenden Kaffepause ging es weiter mit einer theoretischen Einweisung zum Thema Atemschutz und Flash-Over/Backdraft. Anhand zahlreicher Filme wurde den Jugendlichen die Notwendigkeit von Atemschutz, sowie insbesondere das Erkennen von besonderen Gefahrensituationen näher gebracht. Hierbei wurde besonderer Wert auf das Deuten von Veränderungen im Brandrauch gelegt.

Auch diese Ausbildungseinheit wurde durch einen Einsatz unterbrochen. Im Bereich des Eichenweges waren mehrere Fässer mit einer brennbaren Flüssigkeit in Brand geraten. Um den Jugendlichen die Besonderheiten von Flüssigkeitsbränden näher zu bringen, durften diese mehrere Löschmittel einsetzen. Zunächst konnten sich alle Jugendlichen in der Handhabung von Pulverlöschern versuchen. Anschließend wurde Mittelschaum eingesetzt.

 

Nachdem auch dieser Einsatz erfolgreich abgearbeitet worden war, ging es an das Abendessen. Hierzu waren die Familien unserer Jugendlichen, sowie die zahlreichen Helfer im Hintergrund des Berufsfeuerwehrtages eingeladen. Es gab Steak´s und Bratwürste vom Grill, sowie mitgebrachte Salate unserer Gäste. Gegen 20 Uhr wurde die Ruhe jedoch jäh unterbrochen. Wir wurden an die Staatstraße 2244 in der Nähe des Stadelhofs gerufen. Dort wurde eine Person vermisst. Nach kurzer Suche wurde diese in einem trockenliegenden Hochwasserkanal des Albachs gefunden und mit dem Rettungsbrett zurück an die Oberfläche gebracht.

Zurück am Feuerwehrhaus währte die Ruhe nicht lange. Gegen 21 Uhr wurde ein Großbrand in der Beethovenstraße gemeldet. Bereits kurz nach dem Ausrücken war der Feuerschein am Nachthimmel zu erkennen. An der Einsatzstelle angekommen, stellte sich der Großbrand, als der Brand eines Holzstoßes heraus. Trotz einsetzen Starkregens verfolgten zahlreiche Zuschauer unsere Löscharbeiten. Innerhalb kurzer Zeit war der Löschangriff aufgebaut und das Feuer mit der geballten Kraft von drei Strahlrohren zügig gelöscht.

Nach Beendigung der Nachlöscharbeiten wurden alle eingesetzten Geräte wieder einsatzbereit gemacht und das Fahrzeug mit neuen Schläuchen bestückt. Anschließend wurde ein Kinofilm angesehen und nach Filmende ging es für unsere Jugendlichen erschöpft ins Bett. Allerdings hatten die Planer noch keine längere Nachtruhe vorgesehen, sodass es gegen 00:30 Uhr noch eine weiteren Einsatz abzuarbeiten galt. Nahe der Unteralbacher Mühle war ein Fahrzeug am Straßenrand gefunden worden, jedoch war von dem Fahrer keine Spur zu finden. Es wurde sich in einer Reihe aufgestellt und die nähere Umgebung intensiv durchsucht. Nicht allzu weit entfernt wurde der Fahrer schließlich gefunden, er hatte sich zum Schutz gegen Regen in eine Plane eingehüllt und war blieb unverletzt.
Die nun schon zurückliegenden 17 Stunden Berufsfeuerwehrtag hatten mittlerweile auch schon ihrer Spuren hinterlassen, sodass daraufhin alle Teilnehmer und Betreuer erschöpft in ihrer Feldbetten vielen und die mehrstündige Nachtruhe genossen.

Gegen 7 Uhr am Morgen wurden alle Jugendlichen zum letzten Einsatz des Tages aus dem Schlaf gerissen. In der Rudolf-Diesel-Straße war es zu einem Verkehrsunfall gekommen, bei dem der Fahrer eingeklemmt wurde. Mit Hilfe der hydraulischen Schere und des Spreizers wurde das Fahrzeug zerlegt und der Fahrer befreit.

Mit Rückkehr am Feuerwehrhaus waren dann auch schon die 24 Stunden vorbei und damit Schichtende. Daraufhin wurden alle eingesetzten Geräte und Fahrzeuge gereinigt und wieder einsatzbereit gemacht. Nach Abschluss aller Arbeiten folgte das gemeinsame Fruchtstück, bis schließlich, knapp 27 Stunden nach Dienstbeginn, alle ihren verdienten Nachhauseweg antreten konnten.

Auf Nachfrage zeigten sich alle Jugendlichen begeistert von den vielen neuen Erfahrungen und freuen sich bereits jetzt auf den nächsten Berufsfeuerwehrtag im Jahr 2019. Unser Dank geht an dieser Stelle an die zahlreichen eingesetzten Helfer, ohne die ein solcher Tag nicht zu stemmen wäre. Auch möchten wir uns bei den zahlreichen interessierten Zuschauern während unserer Übungseinsätze bedanken. Sollte es während der Durchführung dieser Veranstaltung zu Behinderungen gekommen sein, bitten wir das zu entschuldigen.