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Berufsfeuerwehrtag 2015

Geschrieben von Winkelhöfer Patrick.

Am Sonntag, den 13.09.15, um 08:00 Uhr enden für die Jugendfeuerwehr die wohl ereignisreichsten 24 Stunden des Jahres 2015.

Am Samstagmorgen um 08:00 Uhr startete der Berufsfeuerwehrtag 2015. Bei einem sogenannten Berufsfeuerwehrtag bleiben die Mitglieder der Jugendfeuerwehr komplette 24 Stunden im Feuerwehrhaus, essen und schlafen dort, werden in mehreren Themen intensiv ausgebildet und fahren mehrere, plötzliche (Übungs-)Einsätze.

Los ging es am Samstag nach einer kurzen Begrüßung und Einweisung mit einer Ausbildung in Fahrzeugkunde, sowie Knoten und Stiche. Die nun folgende Frühstückspause wurde jedoch rasch durch den ersten Einsatz des Tages unterbrochen. In der Rudolf-Diesel-Straße war eine Person (Dummy) von einem umkippenden Holzstoß verschüttet worden. Bereits nach kurzer Zeit war der Holzstoß beseitig und die Person gerettet.

Mülleimberbrand bei Oberalbach

Anschließend folgte eine zweistündige Ausbildung in der Handhabung der Steckleiter, sowie zum Thema Absturzsicherung. Das hier erlernte Wissen konnte bereits kurze Zeit später praktisch angewandt werden. Nach einem Mülleimerbrand in Oberalbach und der Mittagspause, es gab Spagetti Bolognese, galt es am Rathaus eine Katze zu retten. Diese war beim Spielen auf dem Dach in die Dachrinne gerutscht und konnte nicht mehr selbstständig auf den Boden gelangen. Zügig wurde die Steckleiter in Stellung gebracht und die Katze durch einen Jugendfeuerwehr´ler, gesichert mit dem Absturzsicherungsset, gerettet.

 Katzenrettung am Rathaus

Jetzt ging es Schlag auf Schlag weiter. Bei dem folgenden Ausbildungspunkt Atemschutz wurden Fragen behandelt, wie: Was muss alles in der Atemschutzwerkstatt gemacht werden? Wie funktioniert ein Atemschutzgerät? Oder auch, wie kann ich selbst Atemschutzgeräteträger werden.

Allerdings wurde diese Ausbildung bereits nach kurzer Zeit durch einen Alarm unterbrochen. In der Nähe des Eichenweges waren mehrere Kraftstofffässer in Brand geraten und mussten von der Jugendfeuerwehr gelöscht werden. Neben einem Löschangriff mit Schaum konnte hier auch der Einsatz eines Feuerlöschers sehr gut am praktischen Beispiel geübt werden.

 Bekämpfung eines Flüssigkeitsbrandes mit Schaum


Bekämpfung eins Flüssigkeitsbrandes mit Feuerlöschern

Kaum im Feuerwehrhaus angekommen, folgte eine Ausbildung zum Thema Erste Hilfe. Hierbei ging es neben dem richtigen Verhalten beim Auffinden einer Person auch um den Einsatz eines AED (Automatisierter Externer Defibrillator) und eines sog. Spinebords, welches u.a. zur Rettung verletzter Personen nach Verkehrsunfällen eingesetzt wird.

Exakt ein solcher Verkehrsunfall ereignete überraschenderweise, und unter den Augen zahlreicher Zuschauer, kurz darauf in der Beethovenstraße. Hier war ein, zuvor vorbereiteter, VW Polo mit einem Traktor zusammen gestoßen. Die beiden Insassen (Fahrer und Beifahrer) mussten von der Jugendfeuerwehr gerettet werden. Da bei dem Beifahrer keine Atmung mehr festgestellt werden konnte, musst hier eine sog. Crashrettung durchgeführt werden. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk

hauptsächlich auf der Geschwindigkeit, d.h. es gilt den Patienten möglichst schnell aus dem Fahrzeug zu befreien, um ihn anschließend optimal versorgen zu können.

Der Beifahrer hingegen war ansprechbar, klagte aber über Schmerzen im Rücken. Bei diesem Meldebild wird eine sog. patientengerechte Rettung durchgeführt.

In diesem Fall arbeitet die Feuerwehr meistens auf direkte Anweisung des Rettungsdienste bzw. des Notarztes. Hierbei steht nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern vielmehr die möglichst schonende Rettung des verunfallten aus dem Fahrzeug. Hierzu wurden sämtliche Scheiben des Fahrzeuges entfernt und das Dach abgenommen, daraufhin konnte der Patient mit Hilfe des Spinebords aus dem Fahrzeug gehoben werden.

Was passiert, wenn man einen Fettbrand mit Wasser löscht!?

Beim anschließenden Abendessen mit Jugendlichen, Betreuern und allen Helfern konnten alle etwas Kraft für die zweite Hälfte des Berufsfeuerwehrtages schöpfen.

Viel Zeit blieb hierfür jedoch nicht, denn nach der Vorführung einer Fettbrandexplosion durch mehrere Aktive Wehrmitglieder folgte bereits der nächste Einsatz. Auf einem Feld in der Nähe des Buchenweges war ein Holzstoß in Brand geraten. Hier galt es für die Besatzung des Löschgruppenfahrzeugs die Brandbekämpfung durch zu führen. Mit Hilfe der anderen Fahrzeuge wurde die Einsatzstelle weiträumig ausgeleuchtet um die besonderen Unfallgefahren der Nacht möglichst zu minimieren. Auch bei diesem Einsatz freuten wir uns über ein großes Interesse der Bevölkerung.


Einsatz des Power-Moon zur großflächigen Ausleuchtung der Einsatzstelle


Er hat gerade Feuer gemacht ;-)

Nach dem erfolgreichen Endes des Einsatzes wurden die Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht und die ersehnte Nachtruhe begann. Beendet wurde diese durch die beiden letzten Einsätze des Tages. Zunächst musste in einem Waldstück in der Nähe von Wilhelmsdorf eine vermisste Person gesucht werden und anschließend eine, von einem Stahlträger eingeklemmte, Person befreit, sowie ein Kleinbrand gelöscht werden.


Person gerettet…


…und Feuer aus.

Nach dem Aufräum, dem Reinigen der Fahrzeuge und einem gemeinsamen Frühstück endete dieser Berufsfeuerwehrtag und alle konnten müden und erschöpft, aber mit zahlreichen, erzählenswerten, neuen Erlebnissen den Weg nach Hause antreten.

Ein großer Dank gilt allen Betreuern und Helfern bei den Einsätzen, sowie unserem ersten Bürgermeister Werner Friedrich, welcher fast den gesamten Samstag anwesend war um sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Jugendfeuerwehr zu machen.